Jetzt retten wir!

Update 2:  Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, ist die Lage für die zivile Seenotrettung in den letzten Monaten nochmal schwieriger geworden. Kürzlich hat Panama der Aquarius 2 die Flagge entzogen, wodurch erstmal kein einziges ziviles Seenotrettungsschiff mehr im Mittelmeer retten kann, obwohl so viele Menschen dort sterben. Aber so leicht lassen wir uns nicht aufhalten. Wir haben nun endlich ein Schiff gechartert, dass wir im zentralen Mittelmeer ein paar Monate für Seenotrettungseinsätze nutzen werden. Hoffentlich können wir Anfang November in See stechen und euch mehr erzählen. Wir werden weitere Spenden brauchen, um die Seenotrettungsmissionen im Mittelmeer zur finanzieren.

Hier könnt ihr für das Charterprojekt spenden:
Inhaber: Civilfleet-support e.V.
IBAN: DE84430609672076294200
BIC: GENODEM1GLS
Institut: GLS Gemeinschaftsbank

Update 1: Wir haben schon einiges an Spenden gesammelt. Nun arbeiten wir daran, schnell wieder das zu machen, wofür wir angetreten sind: Menschenleben retten.

Das heißt: Nun laufen Gespräche mit Reedereien und anderen Stellen geführt werden, die dafür sorgen werden, dass die zivile Seenotrettung aus ihrer Zwangspause entlassen wird oder dass mehr Rettungskapazitäten vor Ort sind. Die Verhandlungen laufen gut an und schon bald werden wir hoffentlich wieder dafür sorgen können, menschenunwürdige Zustände auf dem Mittelmeer verbessern zu können.

Vielen Dank an jeden und jede Einzelne die bisher gespendet haben. Ohne Eure Bereitschaft der Unterstützung sähe die Sache momentan sehr düster aus. Für ein menschliches Europa! Weitere Informationen über den Verlauf der Aktionen gibt es natürlich immer, sobald es etwas Neues zu berichten gibt.

Das Projekt: Gemeinsam mit euer Hilfe chartern wir ein Rettungsschiff und retten wieder Menschen vor dem Ertrinken. Sie können Schiffe blockieren, nicht aber die Seenotrettung.


Aufruf von Klaas Heufer-Umlauf

Wir nehmen nicht hin, dass Rettungsschiffe blockiert werden, während auf dem Mittelmeer Menschen sterben. Wir wollen mindestens ein Schiff chartern, das Menschen rettet oder die Situation vor Ort dokumentiert. Und wir unterstützen die Seenotrettungs-NGOs, die auf Malta festsitzen. Damit zeigen wir, dass wir es nicht einfach hinnehmen, dass Menschen in Not nicht geholfen wird.

Wer glaubt, dass Menschenrechte nicht mehr zu achten sind, hat nicht mit uns gerechnet. Jetzt retten wir!

Klaas Heufer-Umlauf

Charterprojekt #CivilFleet

Tausende Menschen sterben jährlich auf dem Mittelmeer, doch eine staatliche Seenotrettungsmission bleibt aus. Statt zu retten, schottet Europa sich auf Kosten von Menschenleben weiter ab und verhindert die Rettung durch freiwillige Hellfer*innen und zivile Organisationen. Momentan werden auf Malta die einsatzbereiten Schiffe von drei Seenotrettungsorganisationen festgehalten, während immer mehr Menschen dort draußen sterben. Allein im Juni 2018 waren es mindestens 692, der tödlichste Monat seit der Aufzeichnung durch die UN – diese Menschen könnten gerettet werden. Was ist das für eine Welt, in der stärker gegen das Retten als gegen das Sterben vorgegangen wird?

Niemand würde auf die Idee kommen, die freiwillige Feuerwehr vom Löschen eines Brandes abzuhalten, nur weil sie freiwillig ist. Genau das ist aber die Argumentation, mit der derzeit zivile Seenotrettung auf dem Mittelmeer verhindert wird.

Gerettete an Bord der Seefuchs im Mai 2018. – Foto: Erik Marquardt

Alles was wir wollen, ist, dass Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden. Ganz unabhängig davon, ob man es gut oder schlecht findet, dass sich Menschen auf den Weg nach Europa machen, darf man sie nicht einfach auf dem Wasser sterben lassen. Wir werden alles dafür tun, dass möglichst viele Menschen gerettet werden.

Die Frauen, Männer und Kinder riskieren nicht ihr Leben in diesen Schlauchbooten, weil die NGOs dort sind. Sie sind bereit, sich in Lebensgefahr zu begeben, um aus Libyen zu entkommen. Sie fliehen vor Folter, Vergewaltigung, Versklavung.Wir haben uns gegründet, nachdem tausende Menschen auf dem Mittelmeer ertrinken mussten, weil die verantwortlichen Politiker*innen in der EU keine entsprechenden Seenotrettungsprogramme beschlossen haben. Wir wollen, dass die Staaten endlich Verantwortung übernehmen und unsere Arbeit nicht mehr notwendig ist. Aber solange die Politik diskutiert und redet und unsere Arbeit behindert, werden wir weiter handeln. Dafür brauchen wir Unterstützung. Wenn unsere Boote hier festgehalten werden, werden wir nicht einfach zusehen, wie Menschen auf dem Mittelmeer sterben. Wir haben qualifizierte einsatzbereite Rettungskräfte hier und wir werden ein Boot chartern, um Menschen in Gefahr zu retten. Das nötige Geld wollen wir mit prominenter Unterstützung fundraisen.